Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung

Jürgen Koppelin Reden

Aktuelle Stunde: Haushaltskonsolidierung

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Von den Linken und von Bündnis 90/Die Grünen ist eine Aktuelle Stunde beantragt worden. Ich habe bisher nicht erkennen können, warum sie überhaupt beantragt worden ist.
(Lachen bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Axel E. Fischer (Karlsruhe-Land) (CDU/CSU): Das glauben wir unbesehen! - Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Ist ja auch noch früh am Tag, Herr Koppelin!)


Ich konnte bisher nur Polemik vernehmen. Der Kollege Bockhahn von den Linken fragt: Wie kann man auf die Idee kommen, an Bildung zu sparen? Auch ich finde manches nicht gut, was Herr Koch sagt. Aber ich bin froh, dass Herr Koch nicht die Liste des Berliner Senats abgeschrieben hat; denn da gibt es plötzlich Lotteriespiele, die darüber entscheiden, ob man einen Platz in der Schule bekommt. Ähnliches gilt für die Feuerwehr usw.
(Widerspruch bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD)

Schauen Sie sich die lange Liste des Berliner Senats, an dem Sie beteiligt sind, einmal an. Dazu haben Sie kein Wort gesagt.
Ich möchte einen Punkt herausgreifen, der mir sehr wichtig und zudem erfreulich ist. Gestern hat, was auch in einigen Medien eigentlich nur eine Randnotiz war, der Schleswig-holsteinische Landtag - ich komme aus Schleswig-Holstein - mit den Stimmen der Koalition von CDU und FDP, aber auch mit den Stimmen einiger Oppositionsfraktionen,
(Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD): Welche, bitte?)

nämlich Sozialdemokraten, Bündnis 90/Die Grünen und die dänische Minderheit SSW, als erstes Landesparlament die Schuldenbremse beschlossen. Das finde ich ausgesprochen erfreulich. Dass die Linken da nicht mitgemacht haben, kann ich verstehen. Ich sage auch, warum ich das erfreulich finde: Es zeigt, dass es bei Haushaltsberatungen - das wünsche ich mir auch für den Bundestag - nicht mehr darum geht, wer die besten Anträge hat und wer sich wie noch steigern kann, sondern darum, dass man in einen Wettbewerb eintritt in der Frage, wo effizient und vernünftig gekürzt oder wie der Haushalt eines Landes saniert werden kann.
(Axel E. Fischer (Karlsruhe-Land) (CDU/CSU): Es geht nicht darum, Geld auszugeben, sondern darum, Geld vernünftiger auszugeben!)

Das ist endlich einmal ein Wettbewerb, der mir und vermutlich auch den Bürgern gefällt. Ich bin jedenfalls froh.
Dass natürlich Herr Stegner gleich sagt, Streichungen gebe es mit der SPD nicht, stattdessen seien Steuererhöhungen notwendig, ist seine Sache; damit müssen die Sozialdemokraten fertigwerden.
(Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD): Wollen wir mal sehen, was Sie an Steuererhöhungen alles machen werden! Mehrwertsteuer!)

Aber in einem Punkt sind wir uns doch einig: Angesichts der Verschuldung, an der viele mitgewirkt haben, sollte man überlegen, wie wir von diesen Schulden wieder herunterkommen.   Ich sage gleich noch etwas zu den Sozialdemokraten, die elf Jahre an der Regierung waren.   Niemand   keine Regierung, kein Parlament, keine Partei, auch nicht Eltern oder Großeltern   hat das Recht, Schulden aufzunehmen, die Generationen, die noch gar nicht geboren sind, begleichen müssen. Das ist das Entscheidende. Darum müssen wir uns kümmern.
(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

Vorhin kam der Zuruf, wir würden die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik durchführen. Ich sage Ihnen: Das haben die Sozialdemokraten getan. Es handelte sich um eine Größenordnung von mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr. Sie haben dieses Geld nicht nur ausgegeben, sondern Sie haben es dreimal ausgegeben und mussten trotzdem noch Schulden aufnehmen. Das und nichts anderes war Ihre Politik.
(Bettina Hagedorn (SPD): Die höchste Verschuldung habt ihr doch beschlossen!)

Meine Damen und Herren, ich bin seit langem der Auffassung   das besagen auch die Steuerschätzungen  : Dieser Staat hat genug Geld. Er geht teilweise nur nicht vernünftig damit um. Wir werden deshalb anders an die Aufstellung des Haushalts für das nächste Jahr herangehen. Wir können nur noch Maßnahmen finanzieren, die vernünftig sind. Ich finde es richtig, dass Minister Schäuble die Ministerien schon darauf hingewiesen hat, dass die Vorschläge, die sie bisher eingereicht haben, zu viel kosten. Das geht so nicht.
Nun kommt Frau Künast als Rächer der Enterbten.
(Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Rächerin! So viel Zeit muss sein!   Heiterkeit beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Frau Künast, dass Sie sich in dieser Form hier hinstellen, ist sehr mutig.
(Bettina Hagedorn (SPD): Ja! Toll war das!)

Sie rechnen wohl damit, dass die Menschen schnell vergessen. Sie waren in Nordrhein-Westfalen in einer Koalition mit Herrn Steinbrück. Herr Steinbrück legte zusammen mit Herrn Koch Vorschläge zum Subventionsabbau vor; ich habe diesen dicken Wälzer sogar hier. Diese Vorschläge sind das reinste Gruselkabinett. Dazu haben Sie aber kein Wort gesagt. Warum haben Sie denn damals nicht das Wort ergriffen und deutlich gemacht: „Das machen wir nicht mit“?
(Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wovon reden Sie denn da? - Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Was hat dieses Thema denn mit Steinbrück und Koch zu tun?)

Ich nenne Ihnen doch nur ein Beispiel; wir sind übrigens dagegen vorgegangen.   Ich frage Sie: Was war denn damals in Sachen Entfernungspauschale? Steinbrück hat versucht, seinen Vorschlag durchzusetzen. Aber das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Regelung geändert werden muss.
(Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Was haben denn wir mit dem Koch/Steinbrück-Papier zu tun?)

Entschuldigung, Sie waren doch in einer Koalition.
(Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Na und? Das hat Herr Steinbrück aber als SPDler geschrieben, nicht als Grüner!)

Da können Sie sich hier doch nicht   ich sage es noch einmal   als Rächer der Enterbten hinstellen und so tun, als hätten Sie mit all dem nichts zu tun.
(Andreas Mattfeldt (CDU/CSU): Genau! Nach dem Motto: Ich bin es nicht gewesen, der andere ist es gewesen! So geht das nicht! - Bettina Hagedorn (SPD): Kommen Sie doch mal zum Thema!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin fest davon überzeugt, dass wir die gemeinsame Aufgabe haben, dafür zu sorgen, dass wir die hohen Schulden, die wir alle gemeinsam   die Jungen natürlich nicht   zu verantworten haben, abbauen.
(Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Dann könnte man ja damit anfangen, auf die Mövenpick-Subvention zu verzichten?)

Schließlich haben wir eine Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen.
Ich bin auf die Haushaltsberatungen 2011 gespannt.
(Klaus Hagemann (SPD): Ich auch! - Bettina Hagedorn (SPD): Wir hätten doch schon 2010 eine geringere Verschuldung herbeiführen können!)

Macht es bitte nicht wieder so wie beim letzten Mal. Bei den letzten Haushaltsberatungen habt ihr einerseits über die hohe Verschuldung, die wir von Steinbrück übernommen haben, gejammert, uns aber andererseits einen Erhöhungsantrag nach dem anderen präsentiert.
(Caren Marks (SPD): Lächerlich!)

Das läuft nicht. Das lassen wir euch nicht durchgehen.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

Kontakt

Unterwegs im Wahlkreis

Wahlkreis

Aktuelles aus der Politik

Reden / Positionen

Berliner Tagebuch
Bildarchiv

KfW

Politische Laufbahn

Presse

CD-Favoriten

Reinhard Mey

Surftipps


Bilder meines Lebens

Thailand

Kambodscha Vietnam

Persönlich

Mitgliedschaften Stenkelfeld