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Jürgen Koppelin Berliner Tagebuch

Berliner Tagebuch, 04.12.2008 ''Abschwung?''

Die Adventszeit hat begonnen. Es ist die Zeit im Jahr, in der wir uns besinnen und ein wenig das Tempo bremsen. Das fällt mir nicht leicht, denn es sind viele Themen, die uns stark beschäftigen. Durch die Finanzmarktkrise stehen wir vor einer weltweiten Rezession. Es ist aktives Handeln der Politik gefordert, damit die Bürger nicht persönlich den konjunkturellen Abschwung zu spüren bekommen. In allen europäischen Ländern versuchen die Regierungen die Kaufkraft zu stärken, um so die Binnennachfrage zu stabilisieren. Doch nur die Kanzlerin sieht keine Notwendigkeit für Steuersenkungen.

Es ist zu befürchten, dass diese Haltung uns in Deutschland noch viele Arbeitsplätze kosten wird. Viele Sorgen und Ängste werden wieder aktueller. Ist mein Arbeitsplatz noch sicher? Wie sicher ist meine Altersversorgung? Kann ich die Heizkosten bezahlen?  Die Regierung schweigt dazu. Viele Menschen in unserem Land fühlen sich an den Rand der Gesellschaft gedrückt. Es wäre notwendige Politik, diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, wieder in die Mitte zu rücken. Dazu gehört auch, vor dem Problem der Altersarmut die Augen nicht zu verschließen. Oder das wir mit Milliarden Euro öffentliche Banken sanieren müssen, während gleichzeitig viele unsere Schulen und Bildungseinrichtungen längst der Sanierung bedürfen.
Doch sollten wir darüber auch dieses Jahr in der Adventszeit nicht Andere vergessen, die noch weniger haben, die auch in den wirtschaftlich guten Zeiten nicht die Chance hatten, sich zu verbessern. Noch immer gibt es viel Hunger in der Welt, unendlich viel Gewalt und Krieg, und noch immer gibt es viele Menschen, besonders Kinder, die keine warme Mahlzeit am Tag haben, oder nicht einmal sauberes Trinkwasser. Es ist sehr schwer, die Probleme des Alltags in unserem Land zu lösen und gleichzeitig zu wissen, wie gut es uns noch geht. Oft beschleicht mich dann das Gefühl von Hilflosigkeit. Wir könnten viel mehr Probleme lösen, wenn der Staat vernünftig mit den Steuergeldern der Bürger umgehen würde. Denn genug Geld hat unser Staat.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit, und wenn Sie wollen, dann sehen wir uns beim Dithmarschen Tag am 20. Dezember in Heide im Stadttheater.

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