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Jürgen Koppelin Berliner Tagebuch

Berliner Tagebuch, 06.02.2008 ''Sprache''

Kenntnisse über andere Sprachen sind heute immer wichtiger. In vielen Berufen kommt man ohne die Kenntnis anderer Sprachen kaum noch aus.

Deshalb werden oder sollte die Kenntnis anderer Sprachen gefördert werden. Die deutsche Sprache war noch vor hundert Jahren viel verbreiteter als heute. Sie war die Sprache der Wissenschaft und der Literatur. Daher ist es erfreulich, dass das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache vor allem in Europa wieder ansteigt. Mein Eindruck ist jedoch, dass leider bei uns in Deutschland unsere eigene Sprache immer stärker vernachlässigt wird. So höre ich im Radio fast nur noch englisch gesungene Musik. Selbst um gute deutsche Musik, wie die von meinem Freund Reinhard Mey, wird ein großer Bogen gemacht. Im Fernsehen werden mir laufend "highlights" präsentiert.

Bei der Bahn bekomme ich Auskunft am "Service point", die Wartezeit verbringe ich im "Coffeeshop" oder "Meetingpoint". Für die Fahrt von Berlin nach Hamburg benutze ich den "Inter-City". Klappt der Zeitplan meines Tagesablaufs, dann hat meine Mitarbeiterin das richtige "timing" gehabt. Kürzlich wurde ich zu einem Empfang eingeladen, mit "open end" wie es in der Einladung hieß und es würden auch "drinks" gereicht. Natürlich sind auch meine Kinder "happy" wenn sie "shoppen" können und das gekaufte "T-Shirt" ist "cool". Statt etwas für meinen "body" zu tun sitze ich am "Laptop" und gehe "online".

Ich hoffe, Sie haben meine neue "homepage" schon "gebookmarkt" oder konnten schon Seiten "downloaden".

 

Ich möchte nicht missverstanden werden: Ich will keine Deutschtümelei.

Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes gebietet es international zu sein. Doch unsere eigene Sprache sollte nicht verloren gehen, man sollte sich in der eigenen Sprache ausdrücken können. Für mich ist der unkontrollierte Gebrauch englischer Worte nicht ein Zeichen von Fortschritt oder sogar Jugend. Unsere Sprache ist ein Kulturschatz. Wir sollten uns auf sie wieder besinnen. So wie es der in Heide geborene Klaus Groth für die plattdeutsche Sprache tat: *Min Modersprak*, wa klingst du schön! Wa büst du mi vertrut!

 

Am 21. Februar ist der "Tag der Muttersprache". Vielleicht ein Tag zum Besinnen auf die Schönheit der eigenen Sprache und auf die Vielfalt der Sprache anderer Völker.

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