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Jürgen Koppelin Berliner Tagebuch

Berliner Tagebuch, 14.08.2008


© International Olympic Committee
Am chinesischen Glückstag, dem 8.8., wurden die Olympischen Sommerspiele eröffnet. Selten haben Olympische Spiele im Vorfeld so viel Aufmerksamkeit erregt. Da ist zum einen die Menschenrechtssituation in China. Zum anderen darf aber nicht vergessen werden, aus welchem Grund die Sportler in Peking zusammenkommen. Der Sport sollte nicht in den Hintergrund geraten. Sportler sind keine Ersatz-Politiker. Natürlich können Sport und Politik unter den bestehenden Bedingungen nicht ganz voneinander getrennt betrachtet werden. Die Spiele in China haben zumindest dazu geführt, dass die Welt auf China schaut und ein Prozess der Öffnung in Gang gekommen ist, der nur schwer wieder umzukehren sein wird. Wenn diese Hoffnungsflamme nicht erlischt, werden auch die Menschenrechte zum Olympiasieger und wir können und über unsere Medaillen freuen.

Probleme anderer Art haben unsere Krankenhäuser. Ihr Bemühen, die hohe Qualität der Krankenhausversorgung weiterhin aufrechterhalten zu können, muss unterstützt werden. Leider ist eine gute Versorgung der Patienten nur noch mit größten Schwierigkeiten zu gewährleisten. In Gesprächen mit Personalvertretern, Verwaltungsleitern und Ärzten von Krankenhäusern aus unserem Wahlkreis Steinburg - Dithmarschen-Süd, so auch der Westküsten-Krankenhäuser, ist mir das sehr bewusst geworden.

Weil durch die radikale Erhöhung der Mehrwertsteuer, die steigenden Energiepreise und auch die berechtigten Tariferhöhungen für das Personal die Kosten für die Krankenhäuser erheblich gestiegen sind, können keine zusätzlichen Sonderopfer der Krankenhäuser erbracht werden, wie CDU/CSU und SPD es wollen. Die Gesundheitsreformen der großen Koalition haben viele Krankenhäuser in Existenznot getrieben. Dies führt auch zu einer Reduzierung von Pflegepersonal. Das muss verhindert werden. Alle Beteiligten warten auf zuverlässige Rahmenbedingungen, damit auch in Zukunft eine optimale Gesundheitsversorgung garantiert werden kann. Patienten, Ärzte und die Krankenhäuser werden leider die Leidtragenden einer Politik sein, die nicht mehr den Menschen im Mittelpunkt sieht. Ein immer mehr staatlich vorgeschriebenes Gesundheitswesen mit mehr Bürokratie und steigenden Beitragssätzen zu den Krankenkassen: Das  ist das Ergebnis einer völlig verfehlten Gesundheitspolitik.

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