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Jürgen Koppelin Berliner Tagebuch

Berliner Tagebuch, 21.09.2009 ''Noch eine Woche bis zur Bundestagswahl und zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein.''


© Frank Ossenbrink
Irgendwie empfinde ich diesmal den Wahlkampf anders. Nicht nur das die Stimmung für die FDP gut ist, sondern viele Bürger sprechen mich direkt an. Ob es in Heide/Holstein ist oder in Flensburg oder in Itzehoe oder auch bei mir in Bad Bramstedt. Oft ist es auch nur ein „dann alles Gute für die Wahl“.

Die aktuellen Umfragen sehen die FDP sowohl im Bund wie in Schleswig-Holstein bei 14%. Das gab es noch nie. Ich empfinde es auch als Ergebnis der klaren Aussagen von Guido Westerwelle. Ich habe Respekt davor, was er in diesem Wahlkampf geleistet hat.

Die Veranstaltungen in Schleswig-Holstein sind gut besucht und mir machen vor allem die gemeinsamen Abendtermine mit Wolfgang Kubicki richtig Spaß. Da kann jeder sehen, wie gut wir seit Jahren zusammen gearbeitet haben. Carsten Kock von RSH moderiert die Veranstaltungen und gibt uns auch durch seine lockere Art die Möglichkeit, selber sehr locker aufzutreten.

Ich bin angenehm überrascht, wie viele Besucher bei den Veranstaltungen sind und meine Meinung zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan von fast allen Besuchern mit viel Beifall bedacht wird.

Dann am Sonntag der Parteitag in Potsdam. Noch einmal eine klare Koalitionsaussage. Da kann nun keiner mehr etwas hinein interpretieren.

Westerwelle wird auch nach der Wahl an dieser Aussage festhalten. Davon bin ich überzeugt, denn so kenne ich ihn. Der wackelt nicht.

Und er weiß auch: Als Mehrheitsbeschaffer für Rot-Grün würde Westerwelle nach dem Parteitagsbeschluss alle Glaubwürdigkeit verspielen, die wir jetzt haben. Gerade die Glaubwürdigkeit ist in diesem Wahlkampf unsere Stärke.

Würden wir nach der Wahl eine Ampel aus rot-grün mit FDP akzeptieren, so müssten wir auch ständig damit rechnen, dass die SPD die Ampelkoalition platzen lässt und die FDP durch die weichgespülte Linkspartei ersetzt wird. Am Wahl-Sonntag geht es nur noch um die Wahl zwischen Schwarz-Gelb oder weiter die Grosse Koalition mit Schwarz-Rot.


Auch die CSU will in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl mit Nachdruck für eine Koalition aus Union und FDP werben.

Na das wurde aber auch Zeit, nach dem die CSU bisher im Wahlkampf nur auf das Tor der FDP geschossen hat. Teilweise in primitiver Art wie in den Zeiten von Franz-Josef Strauss.

Und was macht die SPD? Steinmeier und Müntefering erneuern ihre Warnungen vor einer schwarz-gelben Koalition. Dies bedeute eine Rückkehr zur Atomkraft und den Abbau von Arbeitnehmerrechten, sagte Müntefering. Zudem wolle die FDP die Sozialversicherung auf eine Grundversorgung reduzieren. "Die Alternative Schwarz-Gelb ist eine Gefahr für das Soziale und das Demokratische in unserem Land", heißt es in Wahlaufruf des SPD-Präsidiums.

Was für ein Unsinn. Aber so ist wohl Wahlkampf. Schade, dass die SPD nicht auf eigene Inhalte setzt, sondern nur noch vor Schwarz-Gelb warnt.
Gut das Steinbrück schon mal vor einigen Tagen die „Katze aus dem Sack“ gelassen hat und für eine Fortsetzung der Großen Koalition geworben hat.

Da weiß der Wähler dann auch was er bekommt, wenn er SPD wählt.

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