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Jürgen Koppelin Berliner Tagebuch

Berliner Tagebuch, 24.04.2008 ''Die Rente als Spielball der Politik''


Quelle: pixelio.de
Endlich ist das Wetter besser geworden und diese gute Gelegenheit habe ich genutzt, um verschiedene Orte in Schleswig-Holstein zu besuchen. An meinem Infostand, so auch in Büsum, wo ich von der FDP-Bürgermeisterkandidatin Veronika Kolb unterstützt wurde, war das Interesse der Bürgerinnen und Bürger groß. Für meine Arbeit ist es besonders wichtig, in Gesprächen mit den Bürgern vor Ort zu erfahren, „wo der Schuh drückt“. Deshalb plane ich immer wieder Wochen, in denen ich im Land unterwegs bin, um mich den Bürgern und deren Fragen zu stellen. Die Fragen reichten von lokalen Verkehrsprojekten bis zur derzeitigen Krise auf den Finanzmärkten. Häufig werde ich zurzeit zum Thema Rente angesprochen. Die Angst davor, dass die Renten zum Spielball der Politik werden ist dabei nur eine Angst, die immer wieder genannt wird. Die von der Bundesregierung beschlossene Rentenanpassung nimmt einerseits das Vertrauen in die Rentenformel und die nachhaltige Finanzierung der Rente. Andererseits gibt sie den Rentnern nicht einmal genug, um die Inflation auszugleichen. Sie nimmt daher zu viel und gibt zu wenig. Das Vertrauen in die Renten schwindet mit einer politischen Rentenanpassung. Die Gefahr auch für die Rentner ist, dass mit ständigen Eingriffen in die Rentenformel auch künftig Entscheidungen zu Lasten der Rentner beschlossen werden können. Dabei fällt die Rentenerhöhung für den einzelnen Rentner sehr gering aus. Der Standardrentner mit 45 Beitragsjahren und einer heutigen Rente in Höhe von 1.176 Euro brutto erhält durch die Rentenanpassung 2008 ca. 13 Euro monatlich mehr. Für viele die keine Durchschnittsrente haben, ist ihre kleine Rentenerhöhung unter zehn Euro fast ein Hohn.
Über 100 Jahre ist es her, dass Eduard Lass aus meiner Heimatstadt Wesselburen auf die Idee kam, hinterm Deich Kohl anzubauen. Heute werden auf 2800 ha mehr als 80 Millionen Kohlköpfe geerntet. Wie vielfältig Kohl, seine Verarbeitung und Nutzung sein kann, kann jeder im Kohlmuseum in Wesselburen selbst bestaunen. Beeindruckend was Hubert Nickels uns seine Mitstreiter in Eigeninitiative geschaffen haben. Am 2. Mai darf ich die 16. Kohltage in Dithmarschen eröffnen. Schon jetzt freue ich mich sehr darauf, denn als ich in den 50ger Jahren in Wesselburen aufwuchs hätte ich mir nicht träumen lassen, auch offiziell Kohl pflanzen zu dürfen.

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