Der Kieler Widerständler

© Frank Ossenbrink Ein Artikel in der Rheinischen Post von Gregor Mayntz:
Was die k. u.k.-Herrlichkeit für die Freunde der Monarchie, ist der k. u. k.-Widerstand für die Nordlichter. Die kaiserliche und königliche Doppelkrone ist Geschichte. Das Tandem Kubicki und Koppelin ist Wirklichkeit. Zum Verdruss der aktuellen Steuersenkungsplaner in Berlin.Denn der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki (57) und der schleswig-holsteinische FDP-Landeschef Jürgen Koppelin (64) kosten die gewachsene Wucht ihrer Worte und Positionen genüsslich aus. Der eine, Kubicki, vormals engster Freund des verstorbenen umtriebigen FDP-Vize Jürgen Möllemann, ist seit Jahrzehnten in der Landespolitik bestens vernetzt und ein ausgebuffter Stratege. Der andere, Koppelin, seit Jahrzehnten einflussreicher Haushälter im Bundestag, zieht als Parlamentarischer Geschäftsführer und Fraktionsvize in der Bundespolitik die Fäden und ist ein erfahrener Taktiker.
Zusammen haben sie die Operation "Erfolg für die Kanzlerin nur, wenn Kiel Kasse macht" gestartet. Die Unterschrift unter den Koalitionsvertrag mit der abzusenkenden Mehrwertsteuer für Übernachtungen war noch nicht ganz trocken, da ließen Kubicki/Koppelin bereits die Muskeln spielen. Durchaus als Testlauf, wie viel für Kiel herauszuholen ist, wenn Berlin unter Handlungsdruck steht. Denn die schwarz-gelbe Mehrheit in den Ländern fällt und steht mit Schleswig-Holstein.
Wenn es um klare Ansagen geht, sind beide schnell dabei. Koppelin stellt sich gerne quer, wenn Rüstungsprojekte finanziell aus dem Ruder laufen: "Das geht gar nicht." Auch Kubicki kennt selten verbale Scheu, nennt einen Landesrechnungshof auch schon mal "Dummschwätzer-Gremium".
Ihr unmissverständlicher Deal: Steuersenkungen gibt es nur, wenn Schleswig-Holstein anderweitig entlastet wird. Diese K.u.K.-Motivation kennt zuerst Schleswig-Holstein. In Kiel, in Berlin und in der FDP.
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