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Jürgen Koppelin Wahlkreis

Interview mit Jürgen Koppelin: ''Die Braut ist nicht hübscher geworden''

Interview von Jürgen Koppelin in der SHZ (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) am 28.03.2009:

Herr Koppelin, in 14 Monaten wird ein neuer Landtag gewählt. Die FDP wählt jetzt schon ihre Kandidaten. Warum so eilig?

Das hat nichts mit eilig zu tun, wir waren immer so früh. Die Kandidaten sollen natürlich Gelegenheit haben, sich noch mehr bekannt zu machen und sich politisch einzubringen.

Mit der Vorbereitung auf womöglich vorgezogene Neuwahlen hat das nichts zu tun?

Wenn ich sehe, wie die Koalition in Schleswig-Holstein träge vor sich hindümpelt, wären vorzeitige Neuwahlen sicher die bessere Lösung für Schleswig-Holstein. Ich fürchte aber, dass CDU und SPD den landespolitischen Stillstand bis zum Wahltag im Mai 2010 fortsetzen wollen.

Nach Umfragen ist die FDP derzeit der Krisengewinnler. Hält das durch?

Die FDP hat deutliche Alleinstellungsmerkmale. Andere Parteien werden immer sozialdemokratischer. Man kann es deutlich bei der CDU sehen! Sehen Sie die Enteignungspolitik der CDU in Berlin, und denken Sie in Schleswig-Holstein an die Bildungspolitik. Die CDU hat eins zu eins übernommen, was die SPD gefordert hat. Gibt es überhaupt noch Wirtschaftspolitiker in der CDU? Da wird es doch niemanden verwundern, wenn die FDP als Alternative gesehen wird.

Dennoch wollen Sie in Bund und Land mit der CDU regieren.

Das ist unsere eindeutige Präferenz. Mit der CDU gibt es immer noch die meisten Schnittmengen. Zwar sehen wir, dass diese Braut an der Seite der SPD weder in Kiel noch in Berlin hübscher geworden ist, sondern eher an Attraktivität verloren hat. Die Sozialdemokraten sind aber auch nicht hübscher geworden.

Nehmen wir die Bildungspolitik. Wollen Sie im Ernst die Reformen der großen Koalition zurückdrehen?

Das wird nicht in Gänze möglich sein, wenn wir die Schulen nicht völlig verrückt machen wollen. Doch mit der Abschaffung der Realschule etwa gibt es Ausreißer, die so nicht stehen bleiben können. Das wird in möglichen Koalitionsgesprächen und vor allem mit direkt von der chaotischen Schulpolitik Betroffenen zu klären sein.

Pfleglich geht die FDP mit der CDU derzeit nicht um.

Wo Kritik nötig ist, werden wir uns auch in Zukunft nicht zurückhalten. Die FDP ist eine eigenständige Partei. Und wenn der Ministerpräsident und der Finanzminister bei der HSH Nordbank ein Bild des Jammers und des Chaos abgeben, dann werden wir das auch benennen.

Und die SPD als Regierungspartner haben Sie abgeschrieben?

Ich muss mir nur den SPD-Parteitag am vergangenen Wochenende ansehen. Wer den Sprecher der Parteilinken auf Platz eins der Liste zum Bundestag setzt, wer gleich dahinter eine erklärte Gegnerin der Fehmarnbelt-Querung setzt, macht es fast unmöglich, die Sozialdemokraten sich als Partner vorzustellen. Der SPD-Parteitag war ein klares Angebot an die Links-Partei, nicht an die FDP. Ganz zu schweigen von dem SPD-Landesvorsitzenden Ralf Stegner, der den Wortbruch von Frau Ypsilanti in Hessen zu jeder Zeit voller Übereifer verteidigt hat.

Quelle: shz.de 

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