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Jürgen Koppelin Kambodscha

Jürgen Koppelin nahm am UN-Tribunal in Phnom Penh teil

Hintergrundinformationen Gebäude des UN-Tribunals in Kambodscha<br />© J. Koppelin
Gebäude des UN-Tribunals in Kambodscha
© J. Koppelin

Die Roten Khmer hatten ihren Ursprung in der Kommunistischen Partei Kambodschas (Angka) <http://de.wikipedia.org/wiki/Angka>, die 1951 aus der indochinesischen KP
<http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Vietnams> entstand. Die Unterdrückung der kambodschanischen Kommunisten durch König Norodom Sihanouk <http://de.wikipedia.org/wiki/Norodom_Sihanouk> und danach General Lon Nol <http://de.wikipedia.org/wiki/Lon_Nol> veranlasste viele der Parteimitglieder und -anhänger zur Flucht nach Nordvietnam, während eine sich aus der Bauernschaft rekrutierende Fraktion mit Hang zum Nationalismus <http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalismus>, zu der auch der Student Pol Pot <http://de.wikipedia.org/wiki/Pol_Pot> und andere spätere Khmer-Führer zählen, zurückblieb und im Untergrund den Kampf aufnahm. Das Gefangenen- und Vernichtungslager S21 in Phnom Penh<br />© J. Koppelin
Das Gefangenen- und Vernichtungslager S21 in Phnom Penh
© J. Koppelin

Bis 1970 hatte Sihanouk Kambodscha aus den die Region erschütternden Krisen (Vietnamkrieg <http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg> und dessen Ausweitung auf Laos <http://de.wikipedia.org/wiki/Laos>) durch geschickte Diplomatie herausgehalten, und das Land galt als eines der politisch stabileren in Südostasien. Den USA war jedoch ein Dorn im Auge, dass die gegen die amerikanischen Truppen in Vietnam kämpfende vietnamesische FNL <http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_f%C3%BCr_die_Befreiung_S%C3%BCdvietnams>
(Vietkong) den östlichen Teil des kambodschanischen Territoriums als Transportweg (Ho-Chi-Minh-Pfad <http://de.wikipedia.org/wiki/Ho-Chi-Minh-Pfad>) und Rückzugsgebiet nutzte. Die FNL unterstützte auch die kleine Gruppe der kommunistischen Khmer-Partisanen. Die Gruppe hatte sich mehrfach umbenannt, weshalb König Sihanouk gegenüber der Presse den zusammenfassenden Begriff „Rote Khmer“ verwendete, der sich dann im Ausland durchsetzte; selber hatten sich die Roten Khmer nie so bezeichnet.
Am 18. März 1970 wurde der Armeegeneral Lon Nol <http://de.wikipedia.org/wiki/Lon_Nol> – während eines Auslandsaufenthaltes von Staatschef Sihanouk – durch einen von den USA unterstützten Putsch an die Macht gebracht und erhielt von den USA umfangreiche Wirtschafts- und Militärhilfe. Mit seiner Billigung versuchten Richard Nixon <http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Nixon> und sein Außenminister Henry Kissinger
<http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Kissinger>, Kambodscha von der FNL militärisch zu säubern. Indem sie den Krieg gegen das kommunistische Nordvietnam <http://de.wikipedia.org/wiki/Nordvietnam> und den Vietkong auf kambodschanischen Boden ausdehnten, opferten die USA die Integrität des letzten unabhängigen Staates Indochinas <http://de.wikipedia.org/wiki/Indochina>. Ihre Flächenbombardements forderten mindestens 200.000 Menschenleben, vornehmlich unter Zivilisten, und trugen dazu bei, einen großen Teil der Bevölkerung in die Arme der Roten Khmer zu treiben. Von amerikanischen B-52 <http://de.wikipedia.org/wiki/Boeing_B-52>-Flugzeugen wurden von 1968 bis 1973 mehr als 700.000 Tonnen Bomben und alleine 1973 doppelt soviele Bomben über Kambodscha abgeworfen wie über Japan während des gesamten
Zweiten Weltkrieges. Dass Vietnamesen und Amerikaner ihren Krieg nach Kambodscha trugen, erklärt den nationalistischen und hasserfüllten Kurs der Roten Khmer somit zu einem gewissen Teil. Der kambodschanische Nationalismus hat seinen Ursprung jedoch nicht erst in den 1970er-Jahren, sondern in den Auseinandersetzungen mit den benachbarten Vietnamesen (vgl. Champa <http://de.wikipedia.org/wiki/Champa>) und Thai <http://de.wikipedia.org/wiki/Thai_%28Volk%29> (vgl. Sukhothai <http://de.wikipedia.org/wiki/Sukhothai_%28K%C3%B6nigreich%29>, Ayutthaya <http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Ayutthaya>) nach dem Niedergang des historischen Reiches von Angkor <http://de.wikipedia.org/wiki/Angkor>, der jahrhundertelangen teilweisen Fremdherrschaft und schließlich der Einverleibung Kambodschas in das französische Kolonialreich (/Französisch-Indochina <http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sisch-Indochina>/).
Sihanouk selbst floh in die Volksrepublik China <http://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China> und arrangierte sich dort, von den Chinesen dazu gedrängt, mit den Roten Khmer, so dass er einer Exilregierung unter deren Beteiligung vorstand. Diese eroberten in den nächsten Jahren weite Teile Kambodschas, so dass die Lon-Nol-Regierung zuletzt nur noch Phnom Penh unter ihrer Kontrolle hatte.

Herrschaft der Roten Khmer

gemaltes Bild aus dem Vernichtungslager S21<br />© J. Koppelin
gemaltes Bild aus dem Vernichtungslager S21
© J. Koppelin
Am 17. April 1975 wurde Phnom Penh <http://de.wikipedia.org/wiki/Phnom_Penh> von den Roten Khmer eingenommen, das „Demokratische Kampuchea“ ausgerufen und der im Exil lebende Norodom Sihanouk <http://de.wikipedia.org/wiki/Norodom_Sihanouk> als Staatsoberhaupt eingesetzt.

Die meisten Einwohner der Stadt freuten sich über das Ende der Kämpfe und begrüßten die einmarschierenden Truppen jubelnd. Ein großer Teil der Kämpfer bestand aus Kindersoldaten <http://de.wikipedia.org/wiki/Kindersoldat>, die zu diesem Zeitpunkt nichts anderes als die Schrecken des Krieges kannten.

Die Stimmungslage kippte jedoch schnell, als Pol Pot <http://de.wikipedia.org/wiki/Pol_Pot> und die Roten Khmer mit der Errichtung eines Terrorregimes begannen. Am 4. April 1976 wurde Norodom Sihanouk wegen seiner Kritik am Kurs der Roten Khmer als Staatsoberhaupt abgesetzt und unter Hausarrest <http://de.wikipedia.org/wiki/Hausarrest> gestellt, Khieu Samphan <http://de.wikipedia.org/wiki/Khieu_Samphan> zum neuen Staatsoberhaupt und Pol Pot zum Regierungschef ernannt.

Geheimhaltung
Eine Eigenheit der Herrschaft in Kambodscha, die sie von den anderen Diktaturen unterscheidet, war die völlige Geheimhaltung von Partei und führenden Funktionären. Sie verbargen sich hinter einer vorgeblichen Organisation mit der Bezeichnung Angkar
<http://de.wikipedia.org/wiki/Angkar>. Den ersten öffentlichen Auftritt absolvierte Pol Pot erst rund ein Jahr nach der Machtübernahme im März 1976 als „Arbeiter einer Kautschukplantage“. Pol Pot ließ keine Biografie <http://de.wikipedia.org/wiki/Biografie> von sich veröffentlichen, es gab keine Textsammlungen von ihm; es wurden weder Skulpturen noch offizielle Portraits angefertigt. Es gibt nur wenige Fotos von ihm. Viele Kambodschaner erfuhren erst nach seinem Sturz von der Identität ihres Regierungschefs.

Ideologie und Wirklichkeit

Kaing Guek Eav alias Duch, Leiter des Vernichtungslagers S21<br />© J. Koppelin
Kaing Guek Eav alias Duch, Leiter des Vernichtungslagers S21
© J. Koppelin
Den kommunistischen <http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus> Ideen hing Pol Pot schon als junger Mann an und trat mit 18 Jahren in die KP Kambodschas ein und wenig später, als Student in Paris, in die KP Frankreichs. Die Ursachen für die Armut Kambodschas sah er neben der Korruption <http://de.wikipedia.org/wiki/Korruption> des Lon-Nol-Regimes gerade im Unterschied von Stadt und Land. Also glaubte er, das Bauerntum stärken und alles Städtische zerstören zu müssen.
Die sofortige Deportation <http://de.wikipedia.org/wiki/Deportation> der Stadtbevölkerung auf die Reisfelder des Landes verwandelte das zuvor über 2 Millionen Einwohner zählende Phnom Penh binnen weniger Tage in eine Geisterstadt <http://de.wikipedia.org/wiki/Geisterstadt>, ebenso wurden die Provinzhauptstädte entvölkert. Auf diesem „langen Marsch“, der bis zu einem Monat dauerte, starben tausende Menschen (insbesondere Ältere und Kinder) aufgrund der Strapazen.
Bald war jeder Überlebende zum Arbeiter gewandelt und gezwungen, eine schwarze Einheitskleidung zu tragen, die jede Individualität beseitigen sollte. Die Sprecher der Roten Khmer verkündeten allerdings den Beginn eines neuen revolutionären Zeitalters, in dem jede Form der Unterdrückung und der Gewaltherrschaft abgeschafft sei.

In den ersten Monaten dieser revolutionären Ära verwandelte sich das Land in ein gigantisches Arbeits- und Gefangenenlager. Tagesarbeitszeiten von 12 Stunden oder mehr waren keine Seltenheit, und jeder Schritt der Arbeiter wurde so überwacht, dass fast jeder um sein Leben fürchten musste. So konnte auch, wer zu spät zur Arbeit kam, wegen des Verdachts auf Sabotage hingerichtet werden.
Geld wurde abgeschafft, Bücher wurden verbrannt, Lehrer, Händler und beinahe die gesamte intellektuelle Elite <http://de.wikipedia.org/wiki/Elite> des Landes wurde ermordet, um den Agrarkommunismus, wie er Pol Pot vorschwebte, zu verwirklichen. Die beabsichtigte Verlagerung der Wirtschaftstätigkeit aufs Land bedingte deren vollständiges Erliegen, da auch Industrie- und Dienstleistungsbetriebe – Banken, Krankenhäuser, Schulen – geschlossen wurden.
Des Weiteren wurde von den Roten Khmer die Praktizierung jeglicher Religion verboten^[1] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-0> , ähnlich wie im
kommunistischen Albanien <http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Albaniens#Die_kommunistische_Diktatur>.
Im Zuge seiner Bestrebungen zur Auslöschung der Religion ließ das Pol-Pot-Regime Hunderte von buddhistischen Klöstern, christlichen Kirchen und Moscheen zerstören.
1976 stellte Pol Pot einen Vier-Jahres-Plan auf, der alle Klassenunterschiede
<http://de.wikipedia.org/wiki/Klasse_%28Soziologie%29> beseitigen und das Land in eine „blühende kommunistische Zukunft“ führen sollte. Die landwirtschaftliche Produktivität <http://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t> Kambodschas sollte
verdreifacht werden, um durch Nahrungsexporte die benötigten Devisen <http://de.wikipedia.org/wiki/Devisen> zu erhalten. Doch dieses Ziel wurde nicht erreicht, da die wirtschaftliche Infrastruktur größtenteils zerstört war und die Landarbeiter zu einem großen Teil ohne Arbeitsgeräte auskommen mussten.
Die Versorgung mit Nahrung brach auch durch Fehlplanung und Misswirtschaft zusammen. Da lokale Führungskräfte Repressalien befürchteten, fälschten sie die Ernteberichte. Der Ertrag wurde dennoch abgeführt. Nahrungsmangel und Zwangsarbeit <http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsarbeit> sowie fehlende medizinische Versorgung führten zum Tod Hunderttausender. Viele der verantwortlichen Führungskräfte wurden wegen Sabotage <http://de.wikipedia.org/wiki/Sabotage> des Vier-Jahres-Plans inhaftiert und kamen ums Leben.

„Massensäuberungen“

''Killing Fields'' in der Nähe von Phnom Penh - noch heute ragen auf dem Gelände nach Regenfällen Kleidungs- und Knochenstücke aus dem Boden.<br />© J. Koppelin
''Killing Fields'' in der Nähe von Phnom Penh - noch heute ragen auf dem Gelände nach Regenfällen Kleidungs- und Knochenstücke aus dem Boden.
© J. Koppelin
Gleichzeitig wurden so genannte Massensäuberungen <http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4uberung> durchgeführt. Wer im Verdacht stand, mit Ausländern zu kollaborieren <http://de.wikipedia.org/wiki/Kollaboration>, wurde getötet. Nicht nur Pol Pot und die Roten Khmer machten Vietnamesen und andere Ausländer für die Notlage Kambodschas verantwortlich. Die Vietnamesen waren nicht nur unbeliebt, weil sie den Krieg mit nach Kambodscha getragen hatten,
sondern auch weil sie – von den Franzosen zur Zeit des kolonialen Französisch-Indochina <http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sisch-Indochina> für Verwaltungsaufgaben ins Land geholt – für viele ein Symbol für die Fremdbestimmung des Landes darstellten.
Die „Bourgeoisie <http://de.wikipedia.org/wiki/Bourgeoisie>“ wurde „abgeschafft“, und um ein „Bourgeois“ zu sein, reichte es oft, lesen oder eine Fremdsprache (vor allem Französisch) sprechen zu können. Wie unter Stalins <http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin> Herrschaft wurden auch unter der Diktatur der Roten Khmer massenhaft Oppositionelle wie Monarchisten <http://de.wikipedia.org/wiki/Monarchismus> und Anhänger des Lon-Nol-Regimes getötet, aber auch jene Kommunisten, welche kurz vor der Machtübernahme aus Vietnam nach Kambodscha zurückgekehrt waren.
Während der vierjährigen Schreckensherrschaft wurden schätzungsweise 1,7 bis 2 Millionen Menschen in Todeslagern umgebracht oder kamen bei der Zwangsarbeit auf den Reisfeldern ums Leben (bei einer Gesamtbevölkerung von etwas mehr als 7 Millionen). Im berüchtigten „Sicherheitsgefängnis 21 <http://de.wikipedia.org/wiki/Tuol-Sleng-Museum>“ in Phnom Penh, das unter der Leitung des unter seinem Pseudonym „Dëuch“ bekannten Kang Kek Leu <http://de.wikipedia.org/wiki/Kang_Kek_Leu> stand, überlebten 7 von insgesamt 15.000 bis 30.000 Gefangenen. Wer dort nicht an der Folter <http://de.wikipedia.org/wiki/Folter> starb, wurde auf den Killing Fields <http://de.wikipedia.org/wiki/Killing_Fields> vor den Toren der Stadt umgebracht.

Die Massensäuberung wird von Experten auch als Autogenozid <http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Autogenozid&action=edit&redlink=1> bezeichnet, da das kambodschanische Volk sich beinahe selbst umbrachte.^[2] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-1>

Ermodete Kambodschaner im Lager S21<br />© J. Koppelin
Ermodete Kambodschaner im Lager S21
© J. Koppelin
Berichte über die Gräueltaten der Roten Khmer sorgten bis zu ihrer Absetzung für Diskussionen zwischen Linken und Rechten. Die Berichte von John Barron und Anthony Paul sowie Pater François Ponchaud, der als erster in seinem 1977 erschienen Buch /Cambodge – année zéro/ über Massenmorde in Kambodscha schrieb, wurden von westlichen Linken wie dem Medienkritiker Noam Chomsky <http://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky> als nicht objektiv dargestellt. Die Aufmerksamkeit, die den berichteten Menschenrechtsverletzungen aus Kambodscha in der Presse zukomme, sei im Vergleich zu den Gräueltaten der US-Amerikaner in Kambodscha und Vietnam unverhältnismäßig, so Chomsky und Edward S. Herman
<http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_S._Herman> in /The Nation <http://de.wikipedia.org/wiki/The_Nation_%28USA%29>/ am 6. Juni 1977. Allerdings verwahrte sich Chomsky gegen die Vorwürfe, seine damalige Kritik käme einer Relativierung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer gleich. Zu sehen sei seine Kritik vielmehr als Widerlegung der Darstellung Kambodschas als eines „sanftmütigen Landes“, das 1975 durch die Roten Khmer plötzlich in den Abgrund gestoßen worden sei.^[3] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-2>

Opferzahlen

Bis heute wurden etliche Massengräber <http://de.wikipedia.org/wiki/Massengrab> mit ca. 1,39 Millionen Leichnamen im Land entdeckt, ausgegraben und ausgewertet. Diverse Studien differieren in ihrer Einschätzung der Gesamtopferzahlen zwischen
740.000 und 3.000.000. Die meisten jedoch bewegen sich zwischen 1,4 Millionen und 2,2 Millionen, wobei als Todesursache zur einen Hälfte Exekutionen <http://de.wikipedia.org/wiki/Exekution> und zur anderen Hälfte Tod durch Nahrungsmangel und Krankheiten angenommen wird.^[4] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-3>

Entmachtung Hinweistafel vor dem Lager S21 ''bitte nicht lachen''<br />© J. Koppelin
Hinweistafel vor dem Lager S21 ''bitte nicht lachen''
© J. Koppelin


Am 25. Dezember 1978 marschierten Truppen des wiedervereinigten Vietnam <http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnam> nach von den Roten Khmer initiierten Grenzzwischenfällen in Kambodscha mit dem Ziel ein, das Pol-Pot-Regime zu stürzen und eine pro-vietnamesische Regierung zu installieren. Dies geschah schon im Januar 1979, indem die „Einheitsfront für nationale Rettung“ das Pol-Pot-Regime stürzte und als neuen Regierungschef Heng Samrin <http://de.wikipedia.org/wiki/Heng_Samrin> einsetzte, der drei Tage später die „Volksrepublik Kampuchea“ ausrief. Pol Pot zog sich in den Untergrund zurück und Norodom Sihanouk ging neuerlich ins chinesische Exil.
Die darauf folgende Guerilla-Taktik der Roten Khmer sowie die ständige Lebensmittelknappheit führten zur Massenflucht von Kambodschanern nach Thailand. Nachdem Pol Pot im Juni 1982 mit seinen Roten Khmer und zwei nicht-kommunistischen Gruppen – der „Nationalen Front für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und kooperatives Kambodscha“ (FUNCINPEC) von Norodom Sihanouk, sowie der antikommunistischen „Khmer People’s National Liberation Front“ des früheren Premierministers Son Sann – wieder unter der Leitung von Sihanouk im malaysischen Kuala Lumpur <http://de.wikipedia.org/wiki/Kuala_Lumpur> eine Exilregierung bildete, wurde diese von den Vereinten Nationen <http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Nationen> anerkannt. Die Staaten des Ostblocks, Indien und verschiedene Länder der Dritten Welt hingegen erkannten die neue Regierung unter Heng Samrin an.
Im September 1989 zogen sich die vietnamesischen Truppen aus Kambodscha zurück, Heng Samrin blieb jedoch weiter an der Macht. Allerdings wurde die Verfassung Kambodschas geändert, der Staat neuerlich umbenannt, diesmal in „Staat Kambodscha“, der Buddhismus <http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus> wurde zur Staatsreligion erklärt. Norodom Sihanouk kehrte 1990 nach Phnom Penh zurück, die Regierung Samrin wurde durch die Aktionen der Widerstandsgruppen weiter geschwächt. Am 24. Juni 1991 unterzeichneten schließlich alle kambodschanischen Bürgerkriegsparteien einschließlich der Roten Khmer einen unter UN-Vermittlung ausgehandelten Waffenstillstand <http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenstillstand>. Vorsitzender der Übergangsregierung, des „Obersten Nationalrats“, wurde Norodom Sihanouk. 1992 weigerten sich die Roten Khmer allerdings, sich diesem Pariser Friedensabkommen <http://de.wikipedia.org/wiki/Pariser_Friedensabkommen> entsprechend unter UN-Aufsicht entwaffnen zu lassen. Der Bürgerkrieg flammte wieder auf. Wirtschaftssanktionen gegen die von den Roten Khmer kontrollierten Gebiete wurden verhängt und Thailand <http://de.wikipedia.org/wiki/Thailand> schloss die Grenzen zu diesen Regionen.
Im September 1993 wurden unter Aufsicht der Vereinten Nationen die ersten freien Wahlen seit 20 Jahren abgehalten; diese wurden von den Roten Khmer boykottiert. Die Roten Khmer zählten zu diesem Zeitpunkt noch an die 10.000 Kämpfer und bildeten nach ihrem offiziellen Verbot im Juli 1994 eine Gegenregierung in der Provinz Preah Vihear <http://de.wikipedia.org/wiki/Preah_Vihear>, auch verschleppten sie bis
1995 Tausende von Zivilisten in ihre Konzentrationslager <http://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager> im unwegsamen Dschungel an der Grenze zu Thailand. Gleichzeitig kam es aber auch zu einem inneren Zerfall der Roten Khmer. Großzügige Angebote der Regierung ermöglichten es vielen Angehörigen und Führern der Roten Khmer, sich der Regierung unterzuordnen und sich großteils unbehelligt ein neues Leben aufzubauen. 1997 wurde Pol Pot von den Roten Khmer, jetzt unter der Führung von Oung Choeun alias Ta Mok <http://de.wikipedia.org/wiki/Ta_Mok>, dem wegen seiner Brutalität berüchtigten „Schlächter“ bzw. vormaligen Chef der Südwestzone des „Demokratischen Kampuchea“, aus seiner Führungsposition als „Bruder Nr.1“ verdrängt und als Verräter zu lebenslanger Haft verurteilt. Anfang März 1998 ging Ta Mok in Begleitung von vier seiner Getreuen über die Grenze nach Thailand, um sich dort den Behörden zu stellen. Seine Parteisäuberungen kosteten Zehntausende das Leben. Er ist gemeinsam mit dem unter dem Pseudonym Dëuch bekannten Kang Kek Leu (Kaing Kien Iev), dem ehemaligen Leiter des Folterzentrums von Tuol Sleng <http://de.wikipedia.org/wiki/Tuol-Sleng-Museum>, der bislang einzige Rote Khmer, der – bis zu seinem Tod an Altersschwäche am 21. Juli 2006 im Militärkrankenhaus in Phnom Penh – im Gefängnis einsaß. Pol Pot starb am 15. April 1998 unter ungeklärten Umständen in Ânlóng Vêng <http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%82nl%C3%B3ng_V%C3%AAng> im Norden Kambodschas. Farbfotos zum Beweis für seinen Tod wurden vorgelegt.^[5] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-4> Am 25. Dezember 1998, genau 19 Jahre nach dem Einmarsch der Vietnamesen, stellten sich mit Ex-Staatschef Khieu Samphan <http://de.wikipedia.org/wiki/Khieu_Samphan> und Chefideologe Nuon Chea <http://de.wikipedia.org/wiki/Nuon_Chea> zwei der letzten hochrangigen Führer der Roten Khmer, nach Pol Pot bzw. dessen Nachfolger Ta Mok die „Brüder Nummer Zwei und Drei“, den kambodschanischen Behörden und entschuldigten sich für die von ihnen begangenen Verbrechen. Am 6. Dezember 1998 kapitulierten nach offizieller Lesart die letzten Kampfverbände. Dabei wurde auf dem Gelände des Tempels von Preah Vihear <http://de.wikipedia.org/wiki/Prasat_Preah_Vihear> eine Übereinkunft zwischen Regierung und Roten Khmer ausgehandelt, ein Kontingent von 500 Khmer-Kämpfern samt Offizieren in die Nationalarmee zu übernehmen.

Gegenwart

Das Rote-Khmer-Tribunal <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote-Khmer-Tribunal>, ein
Ad-hoc-Strafgerichtshof <http://de.wikipedia.org/wiki/Ad-hoc-Strafgerichtshof> ursprünglich nach dem Vorbild des ICTY <http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof_f%C3%BCr_das_ehemalige_Jugoslawien>
in Den Haag und des ICTR <http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof_f%C3%BCr_Ruanda> in Arusha <http://de.wikipedia.org/wiki/Arusha> geplant, nun aber nicht unter UN-Recht, nahm am 31. Juli 2007 seine Arbeit auf – nachdem bereits im August 1979 in Phnom Penh ein /Volkstribunal/ der provietnamesichen Regierung unter Berufung auf das Londoner Statut <http://de.wikipedia.org/wiki/Londoner_Statut> von 1945 Pol Pot und
seinen Vizepremier und Außenminister Ieng Sary <http://de.wikipedia.org/wiki/Ieng_Sary> aufgrund ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit <http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_gegen_die_Menschlichkeit>
verurteilt hatte. Hier allerdings reagierte die westliche Welt unter der Führung der USA noch anders: Mit diesem „Schauprozess“ und „Propaganda-Theater“ hätten die kambodschanischen Kommunisten von der militärischen Intervention Vietnams ablenken wollen.
Dieser Prozess wird allerdings nur für Angehörige der obersten Führungsriege angestrebt, da zu viele Politiker des heutigen Kambodscha, wie z.B. der derzeitige Ministerpräsident Hun Sen <http://de.wikipedia.org/wiki/Hun_Sen>, auf eine rote Vergangenheit blicken. Auch ist die Zeitspanne, die Gegenstand der Verhandlungen ist, auf die Eroberung und den Fall der Hauptstadt begrenzt, da sonst eventuell auch die USA, China, Vietnam und vielleicht sogar die Vereinten Nationen auf der Anklagebank sitzen müssten.
Einige ehemalige Rote Khmer sind zum Christentum übergetreten, da sie sich hier mehr Vergebung erhoffen, so auch der vormalige Kommandant des Sicherheitsgefängnisses 21 in Phnom Penh, Dëuch, aus dessen Sicherheitsgefängnis ein Großteil der die Roten Khmer belastenden Dokumente stammt.
Einige noch lebende Führungskader der Roten Khmer wie Nuon Chea, Khieu Samphan und Ieng Sary führten zunächst ein zurückgezogenes Leben in Pailin <http://de.wikipedia.org/wiki/Pailin> und gaben vor, von nichts gewusst zu haben. Khieu Samphan hatte seine Memoiren mit der Absicht veröffentlicht, das kambodschanische Volk davon zu überzeugen, dass er an den Massakern nicht beteiligt gewesen sei, das Land als Staatspräsident nur nach außen hin vertreten und erst vor kurzem die Wahrheit über die Gräueltaten während des Regimes seiner Mitstreiter erfahren habe. Im Falle einer Anklage wollte er sich von dem französischen Anwalt Jacques Vergès <http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Verg%C3%A8s> vertreten lassen, den er aus seiner Studentenzeit in Paris noch kenne und der auch die Verteidigung u. a. von Klaus Barbie <http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Barbie> und Carlos <http://de.wikipedia.org/wiki/Ilich_Ram%C3%ADrez_S%C3%A1nchez>
übernommen hatte. Ieng Sary hatte sich schon 1996 offiziell zum Demokraten gewandelt und war für den Fall, dass man ihm Straffreiheit zusichert, auch bereit, vor einer Historikerkommission auszusagen. Hier wurde wohl von einer Kommission ausgegangen, ähnlich der Wahrheits- und Versöhnungskommission <http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheits-_und_Vers%C3%B6hnungskommission> in Südafrika. Dies entsprach jedoch nicht dem Plan für das Verfahren, bei denen die Hauptschuldigen verurteilt werden sollen. Alle drei wurden schließlich verhaftet und dem Rote-Khmer-Tribunal überstellt. Die Festnahme von Nuon Chea erfolgte am 19. September 2007 im kambodschanischen Dschungel.^[6] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-5> Am 12. November 2007 folgte auch die Festnahme von Ieng Sary zusammen mit seiner Frau Khieu Thirith
<http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Khieu_Thirith&action=edit&redlink=1> und wenige Tage später, am 18. November 2007, die Festnahme von Khieu Samphan.^[7] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-6> Viele Kambodschaner sind allerdings vollauf mit ihrem täglichen Überlebenskampf beschäftigt. Die Stabilität des Landes will zudem niemand gefährdet sehen. So stehen die Chancen für Männer wie Khieu Samphan und Nuon Chea nicht schlecht, ihr Leben ohne Verurteilung beenden zu können. Gesichert ist jedoch das Beweismaterial. Die Akribie der Roten Khmer und die überstürzte Flucht Dëuchs bei dem Einmarsch der Vietnamesen ermöglicht es, die Verbrechen der Roten Khmer aufgrund von etwa 500.000 Seiten Dokumentationsmaterial nachzuzeichnen. 8000 Massengräber konnten lokalisiert werden. Von den schätzungsweise 1,5 Millionen Toten, für die die Protagonisten des Terrorregimes verantwortlich gemacht werden, sind 31 % durch Hinrichtungen oder Folter bedingt, der Rest ergibt sich aus den Folgen von Unterernährung, Zwangsarbeit, fehlender medizinischer Versorgung usw.^[8] <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer#cite_note-7>
Die kambodschanische Nationalversammlung ratifizierte am 4. Oktober 2004 ein Abkommen mit den Vereinten Nationen, welches das Rote-Kmer-Tribunal <http://de.wikipedia.org/wiki/Rote-Khmer-Tribunal> ermöglicht. Seine Durchführung war anfangs fraglich, unter anderem da sich die USA weigerten, sich an den auf 65 Mio. US-Dollar geschätzten Kosten zu beteiligen. Mittlerweile ist es den UN-Mitgliedstaaten aber gelungen, das Tribunal finanziell zu sichern. Auch der Streitpunkt, woher die Richter kommen sollen, konnte beigelegt werden. Anders als am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien <http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof_f%C3%BCr_das_ehemalige_Jugoslawien>
wird die Mehrheit der Richter kambodschanisch sein und kambodschanisches Recht gelten. Um jedoch Bestechung und ähnliches zu verhindern, soll das Urteil nur gültig sein, wenn mindestens ein ausländischer Richter zustimmt. Am 13. Mai 2003 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen mittels einer Resolution den Entwurf eines Vertrages zwischen der UNO und Kambodscha über die strafrechtliche Verfolgung der Hauptverantwortlichen für die zwischen 1975 und 1979 begangenen
Verbrechen angenommen (A/RES/57/228 B). Das Abkommen sah die Gründung von Ausserordentlichen Kammern des Gerichtes von Kambodschas (ECCC) vor, welche in das existierende Justizsystem zu integrieren sind und in denen auch internationale Richterinnen und Richter sitzen.
Am 4. Oktober 2004 ratifizierte die kambodschanische Nationalversammlung das Abkommen. Am 27. Oktober wurde das Gesetz durch den König verlautbart.
Im Oktober 2006, gab der Gerichtshof, der mittlerweile aus 27 Richten und Anklägern besteht (17 davon aus Kambodscha, 10 aus anderen Ländern), bekannt, dass er im Hinblick auf die knappen finanziellen Mittel seine Arbeit innerhalb von drei Jahren abschliessen werde.
Am 18. Juli 2007 verkündete das Büro des Strafanklägers der ECCC dass die ersten Dossiers der ersten fünf Verdächtigen, welche für einen Prozess vor den ECCC in Frage kommen, an die Untersuchungsrichter des Tribunals übergeben worden seien. Deren Namen wurden noch nicht bekannt gegeben.
Kaing Guek Eav, besser bekannt unter dem Namen Duch, wurde 1942 als Sohn einer armen chinesisch-kambodschanischen Familie in Kompong Chen geboren. Er unterrichtete Mathematik und wurde durch eine Gruppe chinesischer Austauschstudenten an der Universität Phnom Penh zum Kommunismus hingeführt.
Als Kommunist wurde er von der Polizei unter Sihanouk verhaftet und während langer Monate ohne Prozess inhaftiert. Nach dem Sturz Sihanouks tauchte Duch unter. Zu Beginn der 70er Jahre war er im Rahmen der Kommunistischen Partei für die Sicherheit in der Region nördlich von Phnom Penh zuständig. Die frühesten Dokumente, die Duch mit dem Haftzentrum S-21, wie das Verhör- und Folterzentrum der Roten Khmer auch hiess, in Verbindung bringen, datieren vom Oktober 1975.
Als Verantwortlicher für das Haftzentrum S-21 soll Duch die Verhöre und Folterungen von mutmasslichen Verrätern beaufsichtigt haben. Mindestens 15'000 Personen wurden in das ehemalige Schulhaus Tuol Sleng geschickt, wo sie an Betten gekettet, mittels Folter zu falschen Geständnissen gezwungen und schliesslich auf einem nahe gelegenen Feld hingerichtet wurden. Der Name Duch erscheint auf zahlreichen einschlägigen Dokumenten, darunter auf einem, das die Hinrichtung von 17 Kindern
befiehlt, deren Eltern angeblich Spione waren.
Duch lebte mit seiner Familie in der Nähe des Haftzentrums S-21 und blieb dort bis zum 7. Januar 1979, als er Phnom Penh verliess und während mehrerer Jahre veschollen blieb. Im Jahre 1996 traf Duch einen amerikanischen Missionar und konvertierte zum Christentum. Im April 1999 deckte ein Journalist seine ehemalige Identität auf. Duch gab Interviews und sprach freizügig über seine Vergangenheit.
Duch wurde im Mai 1999 von der kambodschanischen Polizei verhaftet und befindet sich seitdem in einem Gefängnis in Phnom Penh, nachdem er von einem Militärgericht des Mordes, der Folter und der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt wurde. Duch ist der einzige inhaftierte bedeutende Funktionär der Roten Khmer.
Am 31. Juli 2007 erschien Duch zum ersten Mal vor den Untersuchungsrichtern der Ausserordentlichen Kammern des Gerichtes von Kambodscha (ECCC, siehe 'Schwerpunkt'). Die Richter ordneten seine vorläufige Inhaftierung für eine Dauer von maximal einem Jahr an und bestätigten gleichzeitig, dass Duch der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt wird, gemäss Art. 5, 29 (neu) und 39 (neu)des Gesetzes der Instandsetzung der Ausserordentlichen Kammern vom 27. Oktober 2004.
Eine offizielle Anklageschrift besteht noch nicht.
Am 19. September 2007 beschlossen die Untersuchungsrichter die Aufteilung von Duch's Fall zum Zwecke der effizienten Prozessführung. So soll die Anklage betreffend der Verbrechen, welche Duch in der Haftanstalt S21 beschuldigt wird, von den restlichen angeblichen Verbrechen getrennt werden. Die Richter liessen verlauten, dass die Untersuchung in die S21- Verbrechen in einigen Monaten abgeschlossen
sein wird. Zusätzlich zu den Verbrechen im Zusammenhang mit dem S21 Haftzentrum
werden zur Zeit Untersuchungen bezüglich dreier angeblicher Verbrechenskategorien geführt: Zwangsvertreibung der Bevölkerung, Mord, Folter und andere Missbräuche in einer Reihe von Sicherheits- und Haftzentren; Zwangsarbeit; unrechtsmässige Haft und unmenschliche Lebensbedingungen an anderen Orten. Am 3. Dezember 2007 wies das Gericht einen Antrag von Duch auf Haftentlassung, welchen dessen Anwaelte am 20. November 2007 wegen seiner achtjaehrigen Haft ohne Anklage gestellt hatten zurueck. Das Büro der ermittelnden Richter der Außerordentlichen Kammern verkuendete im Mai 2008 dass die Ermittlungen gegen Kaing Guek Eav hinsichtlich seiner Verantwortung für die Vorfälle im ehemaligen zentralen Gefängnis- und Folterzentrum der Roten Khmer abgeschlossen seien. Kaing Guek Eav wurde am 12. August 2008 durch die Richter der Ausserordentlichen Kammern offiziell angeklagt.
Der Prozess begann am 30. Maerz 2009. Am 31. Maerz 2009 gestand Duch öffentlich seine Verantwortung fuer die Verbrechen, welche im Gefaengniszentrum der Roten Khmer begangen wurden ein. Er bat die Opfer um Vergebung.

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