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Jürgen Koppelin KfW

Koppelin: Untersuchungsausschuß zu KfW/IKB möglich


Quelle: KfW
Die FDP-Bundestagsfraktion wird nun einen Untersuchungsausschuss zur Krise der Industriekreditbank (IKB) prüfen. Auf Abgeordnetenebene in den drei Oppositionsparteien laufen Vorgespräche zwischen FDP, Grünen und Die Linken.

Die Oppositionsfraktionen können gemeinsam einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss durchsetzen. Den müssen mindestens ein Viertel der Bundestagsabgeordneten beschließen.

Dazu Jürgen Koppelin, Mitglied im Verwaltungsrat der KfW: Es wird Zeit, dass es zu einem Untersuchungsausschuss kommt.

Wir können uns das Verhalten des Vorstandes der KfW nicht mehr bieten lassen. So erhalte ich als Verwaltungsratsmitglied der KfW selbst auf schriftliche Anfragen an den Vorstand der KfW keine Auskünfte. Und das zum wiederholten Mal. Es gibt nicht mal nach Wochen Antwortschreiben auf Anfragen, obwohl der Vorstand laut Satzung der KfW dazu verpflichtet ist. Ebenso ist der Kredit von 500.000 Millionen der Finanzagentur des Bundes an die IKB dringend zu prüfen.

Es wurde nach meiner Auffassung mit Unterstützung des Bundesfinanzministeriums bei der KfW zuviel getrickst und getäuscht.

Der SPIEGEL berichtet in seiner Ausgabe am 23. Juni 2008, dass die IKB, eine Tochtergesellschaft der bundeseigenen KfW-Bankengruppe, im Zuge der Finanzkrise dreimal mit insgesamt sechs Milliarden Euro öffentlicher Mittel gerettet werden musste. Erst vor wenigen Tagen habe sich der Bund erneut mit einer Bürgschaft von einer Milliarde Euro beschäftigt, um weitere Risiken aus dem Portfolio der Skandalbank abzusichern.
Das Pikante dabei war sei gewesen, dass ein Gutachten, das die Wahrscheinlichkeit des Bürgschaftseintrittes als äußerst gering beschreibt, nicht der Bund als Bürgschaftsgeber in Auftrag gegeben habe, sondern die KfW. Und verfasst worden sei das Papier von der Deutsche Asset Management International GmbH (DeAM), einer Tochter der Deutschen Bank. «Dabei war es die Deutsche Bank, die der IKB jene in Zweckgesellschaften gebündelten und verbrieften faulen Kredite verkauft hatte, die zu der mehrfachen Beinahepleite geführt hatten», heißt es im SPIEGEL.

Lesen Sie hier weitere Informationen zur KfW/IKB-Affäre.

SO FING ALLES AN:

*Montag, 12. November 2001*

*KfW erwirbt 33,2 % der Anteile an der IKB*

*Strategische Allianz für die langfristige Mittelstandsfinanzierung*

Die KfW erwirbt die Anteile der Allianz AG und der Münchener Rück-Gruppe an der IKB Deutsche Industriebank AG in Höhe von 19,8% bzw. 13,4%. Damit setzt Deutschlands große Förderbank ihr Engagement für die langfristige Sicherung der Finanzierungswege kleiner und mittlerer Unternehmen fort.
"KfW und IKB sind beide aus ihrer Tradition seit jeher dem deutschen Mittelstand verpflichtet", sagte KfW-Vorstandssprecher Hans W. Reich am Montag in Frankfurt. "Gemeinsam schaffen wir jetzt neue Perspektiven für die Unternehmensfinanzierung in Deutschland."

Angesichts des tiefgreifenden Wandels im internationalen und nationalen Bankensektor hat die KfW in den vergangenen zwölf Monaten bereits wichtige Weichenstellungen für die Sicherung der Mittelstandsfinanzierung eingeleitet: Die KfW engagiert sich öffentlich und in Diskussion mit Banken und Politik für eine mittelstandsverträgliche Neuregelung der Eigenkapitalübereinkunft (Basel II). Des weiteren entlasten innovative KfW-Verbriefungsprogramme die Geschäftsbanken von Eigenkapitalbindung und schaffen so Raum für neue Mittelstandskredite; die Förderbank hat zudem ihre Angebotspalette um Globaldarlehen erweitert. "Die Beteiligung an der IKB liegt genau auf dieser strategischen Linie", betonte Reich. "Mit dem Erwerb von 33,2% der IKB-Anteile fügen wir unserem Engagement für die langfristige Sicherstellung der Mittelstandsfinanzierung einen wichtigen Baustein hinzu. Wir sichern damit neben den Finanzierungsprodukten und den Rahmenbedingungen auch den Distributionskanal für langfristige Finanzierungen, der für den Mittelstand in Deutschland lebensnotwendig ist".

Die Beteiligung an der IKB eröffnet der KfW die Chance, die bestehende Kooperation zu einer strategischen Allianz für den Mittelstand auszubauen  zum Beispiel in den Feldern Unternehmensnachfolge, Eigenkapital/Fondsfinanzierung oder bei der gemeinsamen Syndizierung von Projektfinanzierungen.
Zusätzlich soll die enge Zusammenarbeit beider Institute bei der Verbriefung von Mittelstands-Kreditrisiken erfolgreich weiter entwickelt werden. Die Zusammenarbeit von KfW und IKB hierbei besteht seit der ersten Transaktion überhaupt im November 2001.

Die Zusammenarbeit mit der IKB wird wettbewerbsneutral erfolgen, d.h.
alle Geschäfte werden auf einer so genannten arms-length-Basis stattfinden. Die IKB erhält wie bisher die gleichen Refinanzierungskonditionen im KfW-Fördergeschäft wie alle anderen Banken. Eine Änderung des Durchleitungsprinzips der KfW gibt es nicht.
Die geschäftspolitische Ausrichtung der IKB bleibt gewahrt. Für beide Institute eröffnet sich jedoch die Perspektive einer vertieften Zusammenarbeit in vielen Geschäftsfeldern.

Die IKB ist seit ihrer Gründung im Jahr 1949 wichtiger Impulsgeber und Vertriebspartner für die Förderprodukte der KfW. Die Bank mit Hauptsitz Düsseldorf hat insgesamt zwölf Stützpunkte in Deutschland und im Ausland. Sie ist Partner für etablierte mittelständische und junge innovative Unternehmen sowie für gewerbliche Immobilieninvestoren. Die Bilanzsumme per 31.03.2001 betrug 32,4 Mrd.EURO.

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