Politische Komödie in Thailand: Thai-Ministerpräsident Samak erklärt Rücktritt

© J. Koppelin Der seines Amtes enthobene thailändische Regierungschef Samak Sundaravej tritt nicht wieder an.
Das Verfassungsgericht hatte Samak zum Rücktritt verurteilt, weil er nebenbei als Fernsehkoch gearbeitet hatte. Seine Partei PPP wollte ihn nach dem Urteil wieder zum Ministerpräsidenten wählen. Das scheiterte aber am Freitag (12.09.2008) völlig überraschend innerhalb der eigenen Partei.
Zum Rücktritt des thailändischen Regierungschefs Samak Sundaravej wegen einer Kochshow schreibt die britische Zeitung "The Guardian" :
"Die Politik in Thailand schwankt von Komödie zu Tragödie und wieder zurück. Samak Sundaravej wird sicher als der einzige Regierungschef der Welt in die Geschichte eingehen, der seinen Job aus kulinarischen Gründen verloren hat. Seine Fernsehkochshow wurde am Dienstag als privater Nebenjob gesehen, was gegen die Verfassung verstößt. Da spielt es keine Rolle, dass Sundaravej die Show nur aus Spaß machte und weil sie ihm zu einem heiteren politischen Profil verhelfen sollte."
Nach wochenlangen Protesten gegen die Regierung könnte der Rückzug Samaks ein erster Schritt zur Lösung der seit Wochen anhaltenden Krise in Thailand sein. Samak war seit Monaten von einer außerparlamentarischen Opposition unter Druck gesetzt worden. Vor zwei Wochen besetzten Demonstranten den Regierungssitz.