Hier erfahren Sie mehr über meine politischen Aktivitäten.
Hier können Sie sich über meine Aufgaben in Berlin informieren und Sie finden natürlich viel über meinen Wahlkreis Dithmarschen-Steinburg-Segeberg (West).
Tagesaktuelle Neuigkeiten und viele Informationen über meine politischen Schwerpunkte möchte ich Ihnen vorstellen.
Und vielleicht einmal einen Blick in meine monatliche Rubrik „ Berliner Tagebuch“, das ich für die "Dithmarscher Landeszeitung" schreibe.
Frau Präsidentin!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Meine Damen und Herren von der Linken, selbst in Ihren bisherigen Anträgen war selten so viel Widerspruch zu lesen wie in Ihrem jetzigen. Auch Ihre Begründung, Herr Kollege Schui, enthielt viel Widersprüchliches. Darauf komme ich gleich zurück. Die Überschrift Ihres Antrages lautet: „Arbeitsplatzabbau bei Airbus verhindern“. Sie haben aber keinen einzigen Vorschlag gemacht, aus dem hervorgeht, wie Sie das verhindern wollen. Vielmehr fordern Sie nur eine staatliche Beteiligung.
(Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE): Antrag lesen!)
Das lehnen wir allerdings ab. Des Weiteren erklären Sie, der Konzern müsse attraktiv gemacht werden. Ich behaupte angesichts der guten Auftragslage: Der Konzern ist attraktiv. Es hat überwiegend am Missmanagement gelegen, dass der Konzern in Schwierigkeiten geraten ist.
(Beifall bei der FDP)
Zu dem von Ihnen angesprochenen Arbeitsplatzabbau: Folgten wir Ihrer Politik, müsste EADS noch einmal 11 000 Arbeitsplätze abbauen. Sie von der Linken haben nämlich nicht einmal zugestimmt, als es um die Vergabe von Rüstungsaufträgen an die Bundeswehr ging. Ich kann Ihnen den genauen Betrag nennen: Die Aufträge, die die Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren an EADS vergeben hat, hatten ein Volumen von 10,5 Milliarden Euro. Aber nicht einmal gab es Ihrerseits Zustimmung. Nun reden Sie davon, es dürfe kein Stellenabbau stattfinden, und das, obwohl wir 11 000 Menschen hätten entlassen müssen, wenn wir Ihrer Politik gefolgt wären.
(Beifall bei der FDP Hans-Joachim Hacker (SPD): Hört! Hört!)
Aber nicht nur das: Der Bund hat in den letzten Jahren viel getan. Als Haushälter habe ich nachgerechnet, dass der Bund Aufträge in Höhe von insgesamt 13,45 Milliarden Euro an EADS vergeben hat. Das ist eine gewaltige Leistung des Bundes, auch um die Auftragsbücher zu sichern. Man muss außerdem wissen, dass der Bund zusätzlich Bürgschaften in Höhe von 11,1 Milliarden Euro übernommen hat. Wir übernehmen nämlich auch Bürgschaften für die Airbusse. Insofern kann man feststellen, dass der Bund alles getan hat, um das Unternehmen abzusichern. Daran liegt es nicht.
Wir sollten uns vielmehr mit der Frage befassen, ob es wirklich gut ist, dass der Staat an einem solchen Unternehmen beteiligt ist. Wenn Sie zum Beispiel mit Herrn Enders sprechen tun Sie das ruhig, auch als Linke! , dann werden Sie feststellen, dass beispielsweise 20 Prozent der Aufträge von EADS aus Amerika kommen. Es wäre noch viel mehr möglich, aber das Problem ist, dass amerikanische Kunden EADS als französisches Staatsunternehmen betrachten, aber nicht bei einem Staatsunternehmen kaufen wollen. Insofern kann man sich vorstellen, wie die deutsche Beteiligung wahrgenommen würde. Deswegen meinen wir ich denke, zu Recht , dass sich der Staat, sei es die Bundesrepublik oder Frankreich, eigentlich aus diesem Konzern zurückziehen müsste. Das ist das Entscheidende; dann wird dieser Konzern noch attraktiver.
(Beifall bei der FDP)
Ich komme noch einmal auf die Aufträge zurück, die wir im Verteidigungsbereich vergeben haben. Sie widmen diesem Thema nur einen Satz. Sie deuten nicht einmal an, was Sie machen würden, wenn diese Aufträge ausblieben, die schließlich einen Anteil von 49 Prozent am Auftragsvolumen von EADS ausmachen. Wie haben Sie von den Linken sich das vorgestellt? Sollen die 11 000 Mitarbeiter Kochtöpfe und Pfannen herstellen, wenn keine Aufträge im Verteidigungsbereich mehr erfolgen?
(Dr. Herbert Schui (DIE LINKE): Nicht nur! Es kann auch Hochtechnologie im zivilen Bereich sein!)
Meines Wissens gibt es in diesem Bereich schon ein Überangebot. Was Ihre Forderung angeht, den politischen Einfluss zu stärken, ahne ich schon, wie das aussehen würde. Dann kommen die Politiker wieder in die Aufsichtsgremien. Ich habe noch kein Unternehmen erlebt, in dem es richtig funktioniert hat, wenn Politiker die Mehrheit in den Aufsichtsgremien hatten.
(Jörg Tauss (SPD): Bei Rexrodt haben wir das gesehen!)
Nein, die Politik muss aus den Unternehmen herausgehalten werden. Das ist das Entscheidende. Wir wünschen uns vielmehr, dass sich auch die Franzosen Stück für Stück aus dem Konzern zurückziehen. Ich glaube, dann hätten wir eine große Chance.
Jörg Tauss (SPD): Liberale raus aus den Aufsichtsräten!)
In einem Punkt unterstütze ich den Herrn Staatssekretär: EADS ist ein attraktives Unternehmen. Wir sollten es nicht schlechtreden, sondern alles tun, damit dieses Unternehmen auch weiterhin gute Chancen hat. Die Auftragsbücher sind voll. Alle Chancen sind gegeben. Entscheidend ist, dass auch das Management begreift, dass sich die Verantwortung nicht auf die Auftragsbücher beschränkt, sondern auch auf die Arbeitnehmer erstreckt.
Bei dieser Gelegenheit will ich feststellen das sage ich als Abgeordneter der FDP , dass sich meines Erachtens die Gewerkschaften im Zusammenhang mit EADS sehr vernünftig verhalten haben.
Herzlichen Dank für Ihre Geduld.
(Beifall bei der FDP)